Leistungen für Unternehmen

Aktuelle Hilfen für Unternehmer aufgrund der Corona-Epidemie

Auf dieser Seite finden Sie nun die Beschlüsse des Koalitionsausschusses vom 03.06.2020. 

Stand: 06.06.2020

Auszüge aus dem Beschluss des Koalitionsausschusses vom 03.06.2020

Die Umsatzsteuersätze werden für den Zeitraum vom 01.07. bis 31.12.2020 von 19% auf 16% bzw. von 7% auf 5% gesenkt. Nähere Infos hier: Umsatzsteuersätze geändert – Was nun?

Die degressive Abschreibung kommt zurück. Bewegliche Wirtschaftsgüter sollen ab 2020 wieder mit dem 2,5-fachen des normalen Abschreibungssatzes schneller von der Steuer abgesetzt werden. Der Satz darf höchsten 25% betragen.  

Die Konjunktur soll durch viele Investitionsprogramme gestützt werden. Elektromobilität, Ausbau der Internetzugänge, Minderung der EEG-Umlage gehören dazu. 

Die Anrechnung der Gewerbesteuer wird auf das vierfache des Gewerbesteuermessbetrages erhöht. Bisher war die Anrechnung aus das 3,8-fache begrenzt. 

Es wird eine Überbrückungshilfe auf den Weg gebracht, die besonders stark betroffene Unternehmen helfen soll. Die Hilfen werden voraussichtlich wieder an die Betriebskosten geknüpft werden und für Betriebe gelten, die Umsatzrückgänge von mehr als 50% zu verzeichnen haben. 

Die Grundsicherung soll bis zum 30.09.2020 weiterhin vereinfacht beantragt und ausgezahlt werden. 

Das Kurzarbeitergeld soll ab dem 01.01.2021 neu geregelt werden. Die zeitlich beschränkten Verordnungen, die als Sofortmaßnahmen beschlossen worden sind, sollen geprüft und im Gesetz geregelt werden. 

Unter bestimmten Bedingungen sollen Insolvenzverfahren bereits nach drei Jahren zur vollständigen Entschuldung führen. Die genaue Ausgestaltung bleibt abzuwarten, da der Missbrauch dieser Vorschrift verhindert werden soll. 

Einen Gesamtüberblick finden Sie hier:
Link zum Bundesfinanzministerium

Überblick der Hilfen für Unternehmer (Hilfen die bis zum 31.05.2020 auf den Weg gebracht worden sind)

Stichwort: Quarantäne

  • Arbeitnehmer unter Quarantäne
  • Sofern Home-Office nicht möglich ist, werden die Arbeitnehmer wie “krank” behandelt. Lohnfortzahlung ist zu gewähren, es erfolgen entsprechende Erstattungen aufgrund des Infektionsschutzgesetzes. Diese ähneln den Erstattungen, die üblicherweise durch die Krankenkassen erfolgen.
Unternehmer unter Quarantäne:
  • Unternehmer, die aufgrund Corona nicht arbeiten können und hierdurch Erträge einbüßen, erhalten ebenfalls Erstattungen nach dem Infektionsschutzgesetz. Diese richten sich nach den vergangenen Einkommen und müssen bei der zuständigen Behörde beantragt werden. Unternehmer sind nur berechtigt, wenn Sie selber unter der Krankheit leiden oder selbst unter Quarantäne stehen. 
Ausfall von Schule und Betreuung:
  • Mitarbeiter mit Kindern, die keine Kinderbetreuung aufgrund Schließung von Kindergärten oder Schulen haben, sind von diesen Maßnahmen nicht gefördert. Sofern Sie nicht durch Urlaub die Zeiten überbrücken können, haben die Mitarbeiter grundsätzlich keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Es ergeben sich bei verschiedenen Fallkonstellationen rechtliche Probleme. Bitte sprechen SIe gegebenenfalls mit einem Rechtsanwalt.

Einen Überblick über arbeitsrechltiche Probleme finden Sie in dieser PDF.

Stichworte: Arbeitnehmer

Kurzarbeit 

Betriebe mit einem oder mehr sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten können bei Auftragseinbrüchen aufgrund von Corona Kurzarbeit beantragen. Die Bundesregierung hat folgende Voraussetzungen für das Kurzarbeitergeld festgelegt. Die neuen Regeln geltend rückwirkend ab dem 01. März 2020:

  • Es muss ein tatsächlicher Arbeitsausfall vorliegen. 
  • Kurzarbeit muss mit den Arbeitnehmer vereinbart werden, um z.B. die Kündigung abzuwenden.
  • 10% der Arbeitnehmer müssen betroffen sein.
  • Das zuständige Arbeitsagentur muss über die Kurzarbeit informiert werden (Anzeige).
Folgende Leistungen werden gezahlt:
  • 60% oder 67% des ausgefallenen Gehalts werden vom Arbeitgeber ausgezahlt und von der Arbeitsagentur erstattet. 
  • Die Erstattungen sollen laut Beschluss der Bundesregierung ab dem 4. Monat auf 70% bzw. 77% und ab dem 7. Monat auf 80% bzw. 87% angehoben werden. 
  • Sozialversicherungsbeiträge werden ebenfalls von der Arbeitsagentur übernommen.
  • maximal 12 Monate

Wir haben bereits für viele Mandanten die Anzeigen vorbereitet bzw. an die Arbeitsagentur geschickt. Die ersten Berechnungen des Kurzarbeitergeldes sind durchgeführt. 

Arbeitgeber haben die Möglichkeit den Nachteil durch das Kurzarbeitergeld für die Arbeitnehmer abzumildern. Eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes (teilweise steuer- und beitragsfrei) ist möglich. 

Steuerfreie Hilfen an Mitarbeiter:

Steuerfreie Beihilfen an Arbeitnehmer nun endgültig beschlossen. Arbeitgeber können bis zum 31.12.2020 Ihren Arbeitnehmern insgesamt 1.500 Euro ohne Abzüge auszahlen. Diese Maßnahme ist nicht auf bestimmte Branchen beschränkt, muss allerdings zusätzlich zum üblichen Arbeitslohn gezahlt werden.
Besondere persönliche Voraussetzungen sind nicht an die Zahlung geknüpft, es muss also keine direkte Betroffenheit aufgrund Corona vorliegen. Die Zahlungen müssen über die Lohnabrechnung ausgezahlt werden und dürfen keine vertraglichen Ansprüche ersetzen. Entgeltumwandlung ist also nicht möglich. 
 
Weiterführende Infos:
Arbeitsagentur

Kurzarbeitrechner

 

Stichwort: Liquiditätshilfen

  • Hilfen durch die Finanzbehörden:
  • Die Gewährung von Stundungen wird erleichtert.
    • Unmittelbar betroffene Betriebe erhalten zinslose Stundungen bis zum 31.12.2020. Hierzu muss ausschließlich dargelegt werden, dass der Betrieb durch die Corona-Krise erhebliche Einbußen erlitten hat bzw.. erleiden wird.  
  • Vorauszahlungen können leichter angepasst werden.
    • Anträge auf Anpassung der Einkommensteuer-, Gewerbesteuer- und Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen werden bei betroffenen Betrieben kurzfristig stattgegeben. 
  • Pauschaler Verlustrücktrag zur Erstattung der Einkommensteuer 2019 möglich. Wer jetzt schon absehen kann, dass in 2020 Verluste aus der unternehmerischen Tätigkeit entstehen werden, kann diese bereits jetzt steuermindernd in 2019 ansetzen. Sofern kein Nachweis aktuell möglich ist, soll dies auch pauschal mit 15% des Gewinns aus 2019 möglich sein.
  • Auf Vollstreckungsmaßnahmen (z. B. Kontopfändungen) beziehungsweise Säumniszuschläge wird bis zum 31. Dezember 2020 verzichtet, solange der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung unmittelbar von den Auswirkungen
    des Corona-Virus betroffen ist.
  • Umsatzsteuer und Lohnsteuer werden in der Regel nicht gestundet. Hessen und NRW erstatten allerdings die Umsatzsteuersondervorauszahlung. Ob Niedersachsen diesem Beispiel folgen ist aktuell fraglich.
Kreditprogramme:
Die bisherigen Kredithilfen von NBank und KfW sollen ausgebaut und erleichtert werden. Konkrete Änderungen werden kurzfristig umgesetzt. 
Die Bundesregierung verspricht, dass für die Hilfen unbegrenzte Finanzmittel vorhanden sein werden. 

Die NBank plant folgende Hilfsprogramm in der nächsten Woche für Anträge freizugeben:

  1. Kredit zur Liquiditätshilfe, der im ersten Schritt kleinen und mittleren Unternehmen einen Kreditbetrag bis 50.000 Euro zur Verfügung stellen kann. Ziel ist es, kleinen und mittleren Unternehmen, die ein tragfähiges Geschäftsmodell haben und Perspektiven aufweisen, jedoch z. B. auf Grund von temporären Umsatzrückgängen im Zuge der Corona-Krise einen erhöhten Liquiditätsbedarf aufweisen, zu unterstützen.

  2. Eine Förderung in Form eines Zuschusses des Landes und des Bundes wurde durch die NBank kombiniert. 
    Die Anträge können ab sofort unter https://www.soforthilfe.nbank.de/ gestellt werden.Folgende Zuschüsse sind vorgesehen

  • bis zu 9.000 Euro: bei bis zu fünf Beschäftigten
  • bis zu 15.000 Euro: bei bis zu zehn Beschäftigten
  • bis zu 20.000 Euro: bei bis zu 30 Beschäftigten
  • bis zu 25.000 Euro: bei bis zu 49 Beschäftigten

Hinweis:
Sofern aus dem vorherigen Landesprogramm Zuschüsse beantragt worden sind, werden diese auf die kombinierten Beträge angerechnet. 

Die Bundesregierung sorgt jetzt mit zusätzlichen 3 Milliarden Euro dafür, dass Selbstständige leichter Zugang zur Grundsicherung erhalten. Damit können Lebensunterhalt und Unterkunft in der Krise trotz Verdienstausfall gesichert werden – der Verbleib in der eigenen Wohnung wird also gesichert. Antragstellerinnen und Antragsteller auf Grundsicherung müssen in den nächsten Monaten weder Vermögensverhältnisse offenlegen noch ihr Vermögen antasten.

Diese Ausnahmen gelten für sechs Monate. Damit die Leistungen sehr schnell ausgezahlt werden können, werden Anträge auf Grundsicherung vorläufig bewilligt. Die Bedürftigkeitsprüfung erfolgt erst nachträglich.
Infos hierzu: https://www.arbeitsagentur.de/  

Für das Antragsverfahren werden Sie aktuelle Unternehmenszahlen benötigen. Diese erhalten Sie – sofern vorhanden – von uns. 
 
Quelle und Infos:

Die Übersicht hat keinen Anspruch auf Vollstätigkeit und soll nur einen kleinen Überblick über die aktuellen Möglichkeiten geben. Näheres erfahren Sie bei den zuständigen Behörden oder bei uns.

Lassen Sie sich von uns beraten!

Sprechen Sie uns an, wir zeigen Ihnen die modernen Möglichkeiten unserer Kanzlei.

Vielen Dank für die Anmeldung!

Den Link mit den Zugangsdaten und weiteren Informationen verschicken wir rechtzeitig vor der Veranstaltung. Die Veranstaltung wird per Zoom (zoom.us) übertragen. 

Bitte treten Sie der Veranstaltung rechtzeitig – ca. 5 Minuten vor Beginn – bei, damit eventuell Updates oder der App-Download noch erfolgen kann. 

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne unter info@steuerberater-schroeder.de zur Verfügung.