Leistungen für Unternehmen

Aktuelle Hilfen für Unternehmer aufgrund der Corona-Epidemie

Neben den schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen durch Corona, sind auch viele Unternehmer durch die Folgen von Quarantäne, Auftragseinbrüchen und Krankheit von Arbeitnehmern in finanzieller Weise bedroht. 

Auf dieser Seite werden kurze Informationen über mögliche Hilfen für Unternehmer zusammengefasst. Weiterführende Infos werden verlinkt. 

Stand: 29.03.2020 (Updates in grüner Schrift)

Maßnahmen-Paket der Bundesregierung

Überblick der Hilfen für Unternehmer

Stichwort: Quarantäne

  • Arbeitnehmer unter Quarantäne
  • Sofern Home-Office nicht möglich ist, werden die Arbeitnehmer wie “krank” behandelt. Lohnfortzahlung ist zu gewähren, es erfolgen entsprechende Erstattungen aufgrund des Infektionsschutzgesetzes. Diese ähneln den Erstattungen, die üblicherweise durch die Krankenkassen erfolgen.
Unternehmer unter Quarantäne:
  • Unternehmer, die aufgrund Corona nicht arbeiten können und hierdurch Erträge einbüßen, erhalten ebenfalls Erstattungen nach dem Infektionsschutzgesetz. Diese richten sich nach den vergangenen Einkommen und müssen bei der zuständigen Behörde beantragt werden. Unternehmer sind nur berechtigt, wenn Sie selber unter der Krankheit leiden oder selbst unter Quarantäne stehen. 
Ausfall von Schule und Betreuung:
  • Mitarbeiter mit Kindern, die keine Kinderbetreuung aufgrund Schließung von Kindergärten oder Schulen haben, sind von diesen Maßnahmen nicht gefördert. Sofern Sie nicht durch Urlaub die Zeiten überbrücken können, haben die Mitarbeiter grundsätzlich keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Es ergeben sich bei verschiedenen Fallkonstellationen rechtliche Probleme. Bitte sprechen SIe gegebenenfalls mit einem Rechtsanwalt.

Einen Überblick über arbeitsrechltiche Probleme finden Sie in dieser PDF.

Stichworte: Kurzarbeit (Auftragseinbrüche)

Betriebe mit einem oder mehr sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten können bei Auftragseinbrüchen aufgrund von Corona Kurzarbeit beantragen. Die Bundesregierung hat folgende Voraussetzungen für das Kurzarbeitergeld festgelegt. Die neuen Regeln geltend rückwirkend ab dem 01. März 2020:

  • Es muss ein tatsächlicher Arbeitsausfall vorliegen. 
  • Kurzarbeit muss mit den Arbeitnehmer vereinbart werden, um z.B. die Kündigung abzuwenden.
  • 10% der Arbeitnehmer müssen betroffen sein.
  • Das zuständige Arbeitsagentur muss über die Kurzarbeit informiert werden (Anzeige).
Folgende Leistungen werden gezahlt:
  • 60% oder 67% des ausgefallenen Gehalts werden vom Arbeitgeber ausgezahlt und von der Arbeitsagentur erstattet. 
  • Sozialversicherungsbeiträge werden ebenfalls von der Arbeitsagentur übernommen.
  • maximal 12 Monate

Wir haben bereits für vIele Mandanten die Anzeigen vorbereitet bzw. an die Arbeitsagentur geschickt. Die ersten Berechnungen des Kurzarbeitergeldes sind durchgeführt. 

Arbeitgeber haben die Möglichkeit den Nachteil durch das Kurzarbeitergeld für die Arbeitnehmer abzumildern. Eine Aufstockung des Kurzarbeitergeldes (teilweise steuer- und beitragsfrei) ist möglich. 

 
Weiterführende Infos:
Arbeitsagentur

Kurzarbeitrechner

 

Stichwort: Liquiditätshilfen

  • Hilfen durch die Finanzbehörden:
  • Die Gewährung von Stundungen wird erleichtert.
    • Unmittelbar betroffene Betriebe erhalten zinslose Stundungen bis zum 31.12.2020. Hierzu muss ausschließlich dargelegt werden, dass der Betrieb durch die Corona-Krise erhebliche Einbußen erlitten hat bzw.. erleiden wird.  
  • Vorauszahlungen können leichter angepasst werden.
    • Anträge auf Anpassung der Einkommensteuer-, Gewerbesteuer- und Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen werden bei betroffenen Betrieben kurzfristig stattgegeben. 
  • Auf Vollstreckungsmaßnahmen (z. B. Kontopfändungen) beziehungsweise Säumniszuschläge wird bis zum 31. Dezember 2020 verzichtet, solange der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung unmittelbar von den Auswirkungen
    des Corona-Virus betroffen ist.
  • Umsatzsteuer und Lohnsteuer werden in der Regel nicht gestundet. Hessen und NRW erstatten allerdings die Umsatzsteuersondervorauszahlung. Ob Niedersachsen diesem Beispiel folgen ist aktuell fraglich.
Kreditprogramme:
Die bisherigen Kredithilfen von NBank und KfW sollen ausgebaut und erleichtert werden. Konkrete Änderungen werden kurzfristig umgesetzt. 
Die Bundesregierung verspricht, dass für die Hilfen unbegrenzte Finanzmittel vorhanden sein werden. 

Die NBank plant folgende Hilfsprogramm in der nächsten Woche für Anträge freizugeben:

  1. Kredit zur Liquiditätshilfe, der im ersten Schritt kleinen und mittleren Unternehmen einen Kreditbetrag bis 50.000 Euro zur Verfügung stellen kann. Ziel ist es, kleinen und mittleren Unternehmen, die ein tragfähiges Geschäftsmodell haben und Perspektiven aufweisen, jedoch z. B. auf Grund von temporären Umsatzrückgängen im Zuge der Corona-Krise einen erhöhten Liquiditätsbedarf aufweisen, zu unterstützen.

  2. Eine Förderung in Form eines Zuschusses des Landes für Kleinunternehmen mit bis zu 49 Beschäftigten gestaffelt in Höhe von 20.000 Euro geben.
    Die Anträge können ab sofort unter https://www.soforthilfe.nbank.de/ gestellt werden.
    Zu­schuss des Lan­des für Klein­un­ter­neh­men:

    1. bis 5 Be­schäf­tig­te: 3.000 Euro

    2. bis 10 Be­schäf­tig­te: 5.000 Euro

    3. bis 30 Be­schäf­tig­tee: 10.000 Euro

    4. bis 49 Be­schäf­tig­te: 20.000 Euro

       

  3. Der Bund plant die Zahlung von Zuschüssen zu den laufenden Betriebsausgaben (wie Pachten, Mieten, Krediten und Leasingraten). Für Betriebe bis 5 Arbeitnehmer soll es 9.000 Euro als Höchstbetrag geben. Betriebe bis 10 Arbeitnehmern sollen bis zu 15.000 Euro gewährt werden.  Der Zuschuss soll gezahlt werden, wenn die Krise des Unternehmens auf die Corona-Pandemie zurückzuführen ist. 

  4. Die Bundesrergierung sorgt jetzt mit zusätzlichen 3 Milliarden Euro dafür, dass Selbstständige leichter Zugang zur Grundsicherung erhalten. Damit können Lebensunterhalt und Unterkunft in der Krise trotz Verdienstausfall gesichert werden – der Verbleib in der eigenen Wohnung wird also gesichert. Antragstellerinnen und Antragsteller auf Grundsicherung müssen in den nächsten Monaten weder Vermögensverhältnisse offenlegen noch ihr Vermögen antasten.

    Diese Ausnahmen gelten für sechs Monate. Damit die Leistungen sehr schnell ausgezahlt werden können, werden Anträge auf Grundsicherung vorläufig bewilligt. Die Bedürftigkeitsprüfung erfolgt erst nachträglich.
    Infos hierzu: https://www.arbeitsagentur.de/  

Für das Antragsverfahren werden Sie aktuelle Unternehmenszahlen benötigen. Diese erhalten Sie – sofern vorhanden – von uns. 
 
Quelle und Infos:

Die Übersicht hat keinen Anspruch auf Vollstätigkeit und soll nur einen kleinen Überblick über die aktuellen Möglichkeiten geben. Näheres erfahren Sie bei den zuständigen Behörden oder bei uns.

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